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Der Schlüsselstein

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Vor langer Zeit, als noch Sorben das Land östlich der Saale bewohnten, stand auf der bewaldeten Höhe zwischen Stanau, Strößwitz, und Bremsnitz eine Burg. Sie war, wie zu der Zeit üblich, nur aus starken Holzstämmen errichtet. Der Herr dieser Burg war ein Grenzwächter des Orlagaues, der diesen Bau als Lehen von dem Grafen der Sorbenmark empfangen hat. Es war die Belohnung für treue Dienste in den Kämpfen, die zur Unterjochung der Sorben führten. Der Grenzwächter war nicht nur für die Sicherheit des Grenzgebietes verantwortlich, ihm war auch der Einzug der Abgaben und die Aufsicht über die Frondienste unterstellt. Diese Aufgaben erfüllte er mit Härte und strenger Hand, deshalb war er bei den Sorben, in den Dörfern rund um die Burg sehr gefürchtet und noch mehr verhasst.
Auch in seiner Familie war der Herr schroff und hart. Unter der Rauheit seiner Sitten und seines Charakters litt vor allem seine Frau, die oft harte Worte zu hören bekam, vor allem dann wenn sie Mitleid für andere zeigt…