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Das Heilige Licht von Ziegenrück

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Unsere heutige Sage dreht sich um die Burg Ziegenrück. Hier lebte einst ein junger Burgherr mit seiner Frau. Allerdings war er als gewalttätig und grausam gegen seine Untertanen bekannt. Und auch gegenüber seinen Angehörigen war er lieblos und roh. Seine Gemahlin versuchte alles um ihn zu einem besseren Menschen zu machen, aber es gelang ihr nicht. In ihrer Not wandte sie sich an den Erzbischof von Mainz. Er sollte sie beraten, was man denn da tun könne. Er konnte ihr aber auch keine Antwort geben und vermittelte Sie an den Heiligen Vater in Rom weiter. Und dieser wusste auch Rat. Sie solle eine Pilgerfahrt in das Heilige Land unternehmen, das werde ihren Mann schon läutern. Vorher wurde von Ihrer aber ein großes ansehnliches Geschenk an die Kirche erwartet. Sie tat wie ihr geheißen wurde und vermachte der Kirche ein ansehnliches Geschenk. Dann machte sie sich auf den Weg ins Heilige Land. Hart und beschwerlich war der Weg zum Grab des Erlösers. Sie ertrug aber alle Lasten...

Die Liebesprobe

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Wir verlassen unser gewohntes Sagengebiet der oberen Saale und begeben uns auf die Hainleite, ein kleiner Höhenzug südlich des Harzes. Dort steht die Burg Lohra, von der eine Sage überliefert wurde, die der Sage vom letzten Ritter von Liebschütz sehr ähnelt. Der letzte Graf von Lohra lebte einst auf der Burg zusammen mit seiner sehr schönen Tochter Adelheid von Klettenberg, die bereits heimlich dem Ritter Ludwig von Straußberg versprochen war. Eines Tages zog der Graf wieder wie so oft zu Felde. Diesmal gegen die Bürger der freien Reichsstadt Mühlhausen. Auch der junge Ritter zog mit in die Schlacht. Doch bevor sie aufbrachen sagte die junge Grafentochter zu ihren Verlobten: „Gib mir ja auf meinen Vater acht und schirme ihn vor dem Feind ab“. Der junge Ritter aber war ein rechter Feigling und als es hart auf hart kam, floh er aus dem Getümmel. Von weiten sah er dann wie der alte Graf in arge Bedrängnis kam und von seinen Feinden erschlagen wurde, ohne dass er auch nur den...

Der letzte Ritter von Liebschütz

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Die Sage Der heute teilweise verwachsene Saalsteig war einst die kürzeste Verbindung zwischen Liebschütz und Walsburg. Der Steig führt am Asbach herunter ins Tal der Saale und passiert hinter den Schröderswiesen eine Stelle, wo linker Hand ein Felsen steil zur Saale abfällt. An diesem sind unten Zeichen eingehauen. Dieser Ort ist heute kaum noch jemanden bekannt, aber früher nannte man ihn letzter Ritter , weil hier der letzte Ritter von Liebschütz sein Leben verloren haben soll. Wie kam es dazu? Der junge Edelmann begehrte die schöne Tochter des Ritters von Walsburg und hielt um ihre Hand an. Aber auch der Herr von Burgk wollte sich mit dem schönen Fräulein vermählen. Der alte Herr von Walsburg legte die Entscheidung in die Hand seiner Tochter. Doch das stolze Töchterlein entschied: „Dem Tapfersten nur reiche ich meine Hand!“ Und so kam es genau auf jenem Felsen zum Zweikampf zwischen den beiden Rivalen, um das stolze Fräulein. Sie selbst verfolgte das Gefecht in ihre...

Der Kobersfelsen

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Der schönen Gräfin Elisabeth von Burgk lagen die Ritter der Umgebung zu Füßen. Aber sie liebte allein den Ritter Kober. Allerdings machte sie ihm aus unerklärlichen Gründen keine Hoffnung. Ja, sie bevorzugte extra noch andere und kränkte ihn mit beißendem Spott. Vielleicht war sie einfach zu stolz, sich selbst ihre Gefühle einzugestehen und ihm ihre Gefühle zu zeigen. Eines Tages verkündete sie, dass sie nur den heiraten würde, der mit dem Pferd über die Saale spränge, und zwar vom hohen Felsen, der die Saale an der Stelle überragt, wo sie einen Knick im rechten Winkel macht. Alle Ritter winkten mit der Begründung ab, das sei doch Wahnsinn. Doch der Ritter Kober versuchte den Sprung, gegen alle Einwände seiner Freunde und Mitstreiter. Er nahm langen Anlauf mit seinem schnellen Pferd und sprang kräftig ab. So erreichte er sogar das gegenüber liegende Ufer, doch bei der Landung brach sein Pferd zusammen und begrub ihn unter sich. Man brachte ihn nach Burgk, wo er in den Armen ...

Eine sorbische Burganlage

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Etwa hier auf der rechten Seite, aber schon vom Wasser überstaut, lag einst die Trutzeburg. Heute kommen wir zu einer Sage, die sehr gut die Sagen aus der Zeit der Sorben mit denen aus der Ritterzeit, die wir uns als nächstes anschauen wollen, verbindet. Es handelt sich dabei um eine Sorbenfeste bei Schloß Burgk, die schon lange vor der noch heute über der Saale thronenden Burg gestanden haben soll. Allerdings nicht oben auf dem Berg, sondern unten im Tal, direkt neben der Saale in der Nähe des ehemaligen Eisgutes und ein Stückchen vor der heutigen Eisbrücke. Hier trotzten die Sorben jedem Gegner und leisteten besonders starken Widerstand, als das fränkische Schwert und das christliche Kreuz ihnen die Freiheit nehmen wollte. Die später zerstörte Festung erhielt deshalb im Volksmund den Namen Trotzeburg.  Hier sieht man die Eisbrücke, die ihren Namen vom Eisbachtal hat. Der Name hat nichts mit gefrorenen Wasser zu tun, er stammt von der alten Wassergöttin Isa, nach de...

Entstehung einer Sage

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Heute wollen wir uns mal nur mit der Entstehung einer Sage beschäftigen. Die Sage vom Schlüsselstein ist da ein gutes Beispiel, weil sie besonders vielschichtig ist, mit Geschichten, die aus verschieden Epochen stammen und zu einer Sage verbunden wurden. Es ist allerdings nicht ganz leicht die einzelnen Schichten aufzudröseln, denn je älter eine Sage ist, desto schemenhafter sind die Spuren, die zu den wirklich passierten Vorfällen führen. Wir wollen aber doch versuchen, wie ein Archäologe die einzelnen Schichten der Sage nach und nach freizulegen. Beginnen wir bei der ersten Aufzeichnung der Sage. 1902 zog Harry Wünscher durch die Dörfer und schrieb alles auf was ihn die Leute an Geschichten erzählten. Danach ordnete er alles und veröffentlichte es in dem Buch Sagen Geschichten und Bilder aus dem Orlagau . Darunter war auch unsere Sage. Und man muss es sich sehr klar bewusst machen, nur deshalb kennen wir die Sage heute noch, denn vor allem durch die Erfindung von Radio und Fern...

Der Schlüsselstein

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Vor langer Zeit, als noch Sorben das Land östlich der Saale bewohnten, stand auf der bewaldeten Höhe zwischen Stanau, Strößwitz, und Bremsnitz eine Burg. Sie war, wie zu der Zeit üblich, nur aus starken Holzstämmen errichtet. Der Herr dieser Burg war ein Grenzwächter des Orlagaues, der diesen Bau als Lehen von dem Grafen der Sorbenmark empfangen hat. Es war die Belohnung für treue Dienste in den Kämpfen, die zur Unterjochung der Sorben führten. Der Grenzwächter war nicht nur für die Sicherheit des Grenzgebietes verantwortlich, ihm war auch der Einzug der Abgaben und die Aufsicht über die Frondienste unterstellt. Diese Aufgaben erfüllte er mit Härte und strenger Hand, deshalb war er bei den Sorben, in den Dörfern rund um die Burg sehr gefürchtet und noch mehr verhasst. Auch in seiner Familie war der Herr schroff und hart. Unter der Rauheit seiner Sitten und seines Charakters litt vor allem seine Frau, die oft harte Worte zu hören bekam, vor allem dann wenn sie Mitleid für andere...

Das Hirtengrab in Ottmannsdorf

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Die Slaven im Orlagau hielten mit großer Zähigkeit an ihrer alten Religion fest. Der Orlagau war ein zusammenhängender Unterverwaltungsbezirk mit dem Hauptort Saalfeld, der zur sogenannten Sorbenmark gehörte, die wiederum direkt dem König unterstellt war. Bei einer ersten Schenkung wurde der Orlagau und seine Bewohner 1014 weitergegeben und fiel im Jahr 1057 an das Erzbistum Köln mit dem obersten Lehnsherrn Erzbischof Anno von Köln, der sich die Christianisierung der Sorben auf die Fahne geschrieben hat. Das sollte zu jener Zeit aber noch nicht wirklich gelingen, noch 1071 sprach Anno davon, dass „die Bevölkerung des Orlagaus roh und heidnisch ist“ und selbst 55 Jahre später bezeichnete Papst Honorius II. diese Bevölkerung immer noch als „halbheidnisch“. Mancher Abt des Benediktinerklosters Saalfeld hat vergeblich auf die Frucht gewartet, die mit dem Samen des göttlichen Wortes wachsen sollte. Auch ist so mancher Missionsbruder ins Grab gestiegen, ohne dem Herrn auch nur eine ...